Zielarten
Die Zielarten im Wanderfischprogramm
Mehr als 60 Arten im Oberrheingebiet
Die Rote Liste für das baden-württembergische Rheingebiet nennt 41 heimische Fisch- und Neunaugenarten. Diese kommen – mit Ausnahme des Störs – alle auch heute vor. Zusätzlich werden hier regelmäßig mindestens 15 gebietsfremde Fischarten gefangen. Zusammen mit weiteren, selten gefangenen Fischen und aus dem Bodensee abgedrifteten Tieren schwimmen heute mehr als 60 Fisch- und Neunaugenarten im Oberrhein und seinen Zuflüssen.
Wanderfische sind sie alle
Fast alle Fische machen mehr oder weniger große Wanderungsbewegungen, um geeignete Futterplätze zu finden oder sich fortzupflanzen. Nach den üblicherweise zurück gelegten Strecken werden Kurzdistanzwanderer von den im Flusssystem über längere Strecke wandernden, sogenannten potamodromen Arten und den in ihrem Lebenslauf zwischen Süßwasser und Meer wechselnden Langdistanzwanderfischen unterschieden. Zu den potamodromen Fischen zählt zum Beispiel die Nase, die im Rheingebiet teilweise mehrere hundert Kilometer zurücklegt.
Die Langdistanzwanderer werden auch als diadrome Arten zusammengefasst. Hierbei wird unterschieden, ob sie sich im Meer fortpflanzen und dann ihre Aufwuchsphase im Süßwasser verbringen ehe sie wieder abwandern (diese Fische werden katadrom genannt), oder ob sie in ihrer Jugendphase zum Meer abwandern, um später zur Fortpflanzung in ihre Heimatflüsse zurückzukehren (diese Tiere werden als anadrom bezeichnet).
Unsere Zielgruppe
In den Gewässern Baden-Württembergs sind ursprünglich acht Wanderfischarten heimisch. Zu den katadromen Arten zählen die Flunder und der Aal. Die anderen sechs Arten, Lachs, Meerforelle, Maifisch, Meerneunauge, Flussneunauge und Stör sind dagegen anadrom und pflanzen sich im Süßwasser fort. Mit Ausnahme des Europäischen Störs, der im gesamten Rheinsystem ausgestorben ist, können alle Wanderfischarten auch heute im Oberrheingebiet nachgewiesen werden. Unser regionales Wanderfischprogramm beschränkt sich auf die heute auftretenden anadromen Arten.
Warum nicht alle Arten?
Für den Stör sind im Moment in Baden-Württemberg keine sinnvollen Wiedereinbürgerungsmaßnahmen ersichtlich. Die Anforderungen an den Lebensraum des Atlantischen Störs sind so hoch, dass zahlreiche Nutzungen an den Gewässern aufgegeben werden müssten. Für den Aal gibt es ein separates Schutzprogramm der Europäischen Union. Die Flunder war im Oberrheingebiet schon in historischer Zeit selten und wird heute auch ohne spezifische Fördermaßnahmen zwar vereinzelt aber regelmäßig nachgewiesen.
Vom baden-württembergischen Wanderfischprogramm profitieren allerdings nicht nur die fünf Zielarten. Mit der Öffnung der Fischwanderwege und der Renaturierung der Programmgewässer verbessern wir durch unsere Arbeit den Lebensraum für sämtliche Lebewesen unserer Fließgewässer.
