Gewässerentwicklung
Durchwanderbarkeit und Lebensraum
Gewässerentwicklung
In gesunde Gewässer können junge Lachse besetzt werden
Fische können Turbinen oft nicht heil durchschwimmen
Wasser gut, alles gut?
Seitdem die Wasserqualität in den Programmgewässern kein begrenzender Faktor des Fischlebensraumes mehr ist, konzentriert sich dort die Gewässerentwicklung auf die Aspekte:
- Wiederherstellung der Durchgängigkeit
- Sicherstellung ausreichender Mindestabflüsse in Ausleitungsstrecken
- Renaturierung und Strukturverbesserung
Die Durchwanderbarkeit der Programmgewässer ist trotz großer Forstschritte noch nicht vollständig wiederhergestellt. Probleme bestehen vor allem an Kleinwasserkraftwerken: hier müssen sowohl Fischaufstiegsanlagen als auch Möglichkeiten für die verletzungsfreie Abwärtswanderung geschaffen werden. Die installierten Turbinen sind für abwandernde Jungfische eine tödliche Falle. Dabei addieren sich die Schadwirkungen der einzelnen Anlagen im Verlauf des gesamten Abwanderungsweges bis zum Meer.
Ökologie versus Wasserkraftnutzung
Ein großer gewässerökologische Schaden entsteht an einigen Wasserkraftanlagen dadurch, dass zeitweise der weitaus größte Teil der Wasserführung in Triebwerkskanäle geleitet wird und dabei das natürliche Flussbett nur unzureichend versorgt wird oder sogar vollständig austrocknet. Die Wasserkraftnutzungen basieren oft auf unbefristeten, historischen Mühlenrechten, die früher ohne ökologische Auflagen erteilt wurden. Solange jedoch an den maßgeblichen Kraftwerksstandorten noch unüberwindbare Barrieren bestehen oder das Flussbett keine ausreichende Wasserführung erhält, werden für das Wanderfischprogramm unverzichtbare Gewässerbereiche nicht erschlossen.
Ausleitungswehr ohne ökologische Anpassung
Renaturierte Abschnitte bieten Schatten, Schutz und Nahrung
Zusätzliche Lebensräume durch Renaturierung
Neben der Herstellung der Durchwanderbarkeit ist es nötig, in den Zielgewässern wieder eine größere Naturnähe herzustellen, um dort mehr Laichplätze und Jungfischlebensräume zu schaffen. Diese Renaturierungen erfordern meist Gewässeraufweitungen und teilweise auch Kieszugaben, damit sich die zum Laichen erforderlichen Kiesbänke bilden können. Bereits realisierte Gewässerrenaturierungen haben gezeigt, dass dabei nicht nur die Rahmenbedingen für Wanderfische verbessert wurden. Durch diese Maßnahmen entstanden hochwertige Lebensräume, die von vielen Tier- und Pflanzenarten genutzt werden und für Menschen schöne Naturerlebnisse bieten.
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