Flussportraits
Der Restrhein
Der Alte Rhein – Endlich Wasser!
Lage und Eigenart des Restrheins
Als “Alter Rhein” oder “Restrhein” wird heute der südliche Abschnitt des Oberen Rheins bezeichnet, der parallel zum Rheinseitenkanal (Grand Canal d’Alsace) verläuft. Dieser rund 50 Kilometer lange Flussabschnitt erstreckt sich von dem Ausleitungswehr in der Nähe von Märkt, nahe Basel, bis zur Kanalrückleitung bei Breisach. Der Name „Restrhein“ wurde gewählt, weil die Wasserführung am Ausleitungswehr bis zu einem Abfluss von 1.400 m³/s nahezu vollständig in den Grand Canal d´Alsace abgeleitet wird, wo die Schifffahrtsstraße verläuft und der französische Energieversorger EdF (Electricité de France) vier Kraftwerke betreibt, nämlich Kembs, Ottmarsheim, Fessenheim und Vogelgrün.
Im heutigen Restrhein-Abschnitt finden sich zahlreiche naturnahe Strukturen, die aufgrund des fehlenden Ausbaus zur Großschifffahrtsstraße weitgehend erhalten geblieben sind. Dieser Abschnitt zeichnet sich insgesamt durch seine besonders hochwertige Flussstruktur aus und wird oft als einer der qualitativ wertvollsten Abschnitte entlang des gesamten Flussverlaufs angesehen. Er ist in seinem gesamten Verlauf gemeinsames Lachswiederansiedlungsgebiet mit unseren Partnern im Elsass.
Potenzial für Wanderfische
Die Ergebnisse von Strukturkartierungen zeigen, dass im gegenwärtigen Zustand des Restrheins eine Fläche von 88 Hektar als Lebensraum für Jungfische des Atlantischen Lachses zur Verfügung steht. Dieser Bereich weist daher ein außergewöhnlich großes Potenzial für die Wiederansiedlung von Lachsen, aber auch mögliche Laichplätze für Meerforelle, Fluss- und Meerneunauge auf. Es ist daher von hoher ökologischer Bedeutung, den Alten Rhein für die Wanderfische zugänglich zu machen.
Erreichte Verbesserungen
Seit der Inkraftsetzung der neuen Konzession für das Wasserkraftwerk Kembs im Januar 2011 wird dem Alten Rhein ein saisonal gestaffelter Mindestabfluss zwischen 52 und 95 m³/s gewährt. Dies hat zur Folge, dass zuvor oft trocken liegende Gebiete nun für die Lebensgemeinschaft im Gewässer zugänglich sind.
Am Kulturwehr des Rheins in Breisach wurde eine Fischaufstiegsanlage gebaut, die den Einstieg in den Restrhein ermöglicht und auch am Ausleitungswehr in Märkt ist seit dem Jahr 2016 ein Fischpass vorhanden, über den eine weitere Fischwanderung in den Hochrhein hinein möglich ist.
Welche Fische schwimmen hier?
Ursprünglich beherbergte der heute als Alter Rhein bezeichnete Stromabschnitt insgesamt 40 Fisch- und Neunaugenarten. Hierzu zählten die acht diadromen Langdistanzwanderer Aal, Lachs, Meerforelle, Maifisch, Meerneunauge, Flussneunauge, Stör und Flunder. Von diesen kommen aktuell Aale und selten auch Lachse und Meerforellen vor.
Was ist zu tun?
Neben der immer noch sehr geringen Mindestwasserführung wird das Lebensraumpotenzial im Alten Rhein durch die größtenteils verfestigte Sohle begrenzt. Diese schützt das Gewässerbett zwar vor einer fortschreitenden Sohlerosion, mindert aber gleichzeitig das Angebot an nutzbaren Laichplätzen. Eine der wichtigsten Verbesserungsmaßnahmen im Alten Rhein besteht daher in der Bereitstellung von lokalen Kiesauflagen auf der verfestigten Gewässersohle. Dies kann entweder durch Materialzugaben oder durch die Zulassung einer begrenzten Seitenerosion ermöglicht werden.
Hier stockt es!
Aktuell ist der Alte Rhein für Langdistanzwanderfische noch nicht erreichbar, da im unterhalb anschließenden Rhein an den Großkraftwerken Rhinau und Marckolsheim noch keine Fischpässe vorhanden sind. Diese Anlagen werden jedoch gerade gebaut und können schon bald in Betrieb gehen.
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