Neuer Schonbezirk für Wanderfische im Neckar bei Ladenburg

19. Dez. 2025 | Meldungen von den Gewässern

Der Untere Neckar weist ein großes Artenspektrum von aktuell etwa 35 heimischen Fischarten auf. Darunter sind Wanderfischarten wie Atlantischer Lachs, Meerforelle, Maifisch, Aal und Meerneunauge. Für die aus dem Rhein in den Neckar einschwimmenden Fische ist der Bereich unterhalb des Stauwehrs Ladenburg derzeit der wichtigste Aufstiegskorridor. Obwohl der Fischpass am Stauwehr nicht leicht auffindbar ist und auch nicht dem heutigen Stand der Technik entspricht. werden dort seit Jahren regelmäßig alle Wanderfischarten festgestellt.

Die Dauer zum Auffinden des Fischpasses ist artspezifisch und kann sich über mehrere Tage erstrecken. Wegen dieser Verzögerungen sammeln sich im Unterwasserbereich vermehrt Fische an und sind dann auch hinsichtlich unbeabsichtigter Beifänge durch die Erwerbs- und Freizeitfischerei sowie durch Fischwilderer gefährdet.

Auch die besonders vielfältigen und dynamisch geprägten Strukturen der Neckarstrecke unterhalb des Stauwehres führen regelmäßig zu großen Fischansammlungen. Auf den dort vorhandenen Kiesflächen können sich bedrohte Arten wie der Maifisch erfolgreich fortpflanzen.

Um die heimischen Fische in diesem besonders sensiblen Bereich besser schützen zu können, hat das Regierungspräsidium Karlsruhe am 4. Dezember 2025 die Wasserfläche unterhalb des Stauwehres bis 300 m neckarabwärts als „Fisch- und Laichschonbezirk – Neckar Ladenburg-Neckarhausen“ ausgewiesen. Die Ausübung der Fischerei ist dort nicht mehr erlaubt. Die Fischereibehörde kann aber, zum Beispiel für Hegemaßnahmen, wie eine befristete konzentrierte Angelfischerei auf Welse und andere Raubfische, Ausnahmen zulassen. Der Text der Schutzverordnung kann hier eingesehen werden.

 

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