Historie
Historie unserer heimischen Gewässer
Die historischen Veränderungen der Gewässerlebensräume stehen im engen Zusammenhang mit den Bestandsentwicklungen der Wanderfische und dem Wandel der Fischereimethoden. Hierzu sollen die folgenden Abbildungen einen optischen Eindruck vermitteln.
Gewässerwandel
Der Hochrhein weist natürlicherweise ein stärkeres Gefälle als der Oberrhein auf. Daher hatte er auch ursprünglich einen kaum verzweigten Verlauf, in dem – unter anderem bei Laufenburg – beeindruckende Stromschnellen bestanden. Zur Gewinnung von elektrischer Energie wurde der bis dahin nahezu unbeeinflusste Hochrhein ab 1898 innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Kette von Staustufen umgestaltet.
Der Oberrhein besaß, vor allem in seinem südlichen Bereich, ein breites und reich verzweigten Gewässerbett, wie es in dem Gemälde von Peter Birmann aus dem Jahr 1819 dargestellt wird. Die Veränderungen erfolgten hier in drei Etappen:
Auf die dem Hochwasserschutz und der Gewinnung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen dienende Rheinkorrektion durch Tulla ab 1817 folgte ab 1907 die Rheinregulierung zur Sicherung einer ausreichenden Fahrwassertiefe. Hierzu wurde die Wasserführung durch die Anlage von Buhnen und Leitwerken auf eine stark durchströmte Schifffahrtsrinne konzentriert. Ab 1928 folgte dann der Oberrheinausbau zur weiteren Verbesserung der Schifffahrt und zur Elektrizitätsgewinnung. Etwa ab 1950 wurde die Gewässerverschmutzung zu einer zusätzlichen drastischen Beeinträchtigung der Fischbestände. Diese ging erst gegen Ende der 1970er Jahre mit dem verbreiteten Bau von Kläranlagen wieder zurück.
Die letzten historischen Nachweise von Stör und Lachs
Wandel der Fischereimethoden am Rhein
Die Entwickung der Lachszucht
Das Verfahren zur künstlichen Erbrütung von Fischeiern wurde am Oberrhein in der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Seither wurde es eingesetzt, um die schon damals zurück gehenden Lachsbestände zu stabilisieren. 1852 wurde im Elsass bei Kembs die Fischzuchtanstalt Hüningen eingerichtet. 1859 nahm bei Freiburg die Fischzucht Selzenhof ihren Betrieb auf. Zusammen mit der später errichteten Fischzucht Tiengen am Hochrhein und einigen weiteren privat betriebenen Anlagen gelang es, durch Jungfischbesatz einen fischereilich nutzbaren Lachsbestand bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts aufrecht zu erhalten. Hierzu wurden die Fischer verpflichtet, ihre gefangenen Lachse so lange lebend zu hältern, bis deren Eier und Spermien in den Brutanstalten genutzt werden konnten. Erst danach durften die Fische verkauft werden. Zwischen 1900 bis 1934 wurden am Hochrhein und südlichen Oberrhein jährlich durchschnittlich 3,4 Millionen Junglachse eingesetzt. Die weiter fortschreitende Verschlechterung der Lebensbedingungen für den Lachs konnte hierdurch aber nicht kompensiert werden.
Die Fischzuchtanstalt Hüningen in der Petite Camargue Alsacienne enthält eine sehr interessante Ausstellung zu ihrer Geschichte und zum Lachs im Rhein. Im Rahmen des internationalen Wiederansiedlungsprogramms werden dort auch heute wieder Lachse erbrütet.
