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Frischkost setzt gemeinsam mit Grundschülern 2000 Junglachse in die Murg ein

Gemeinsam mit rund 40 Schülern der dritten Klasse der Von-Drais-Grundschule Gernsbach setzte Frischkost, 100-prozentiges Tochterunternehmen der EDEKA Südwest, am 15. Juli 2015 die Fische auf der Murginsel in Gernsbach in den Fluss ein. „Damit möchten wir einen kleinen Beitrag zur wichtigen Wiederansiedlung des Lachses leisten“, sagte Rainer Huber, Sprecher der Geschäftsführung bei Edeka Südwest, und ergänzte: „Schließlich legen wir größten Wert auf verschiedene Nachhaltigkeits-Aspekte und setzen unter dem Motto „Handel(n) mit Verantwortung – Für die Generation von morgen“ regelmäßig Projekte und Maßnahmen um.“

Die Besatzaktion war, nach dem Auftakt im Oktober 2014 an der Offenburger Kinzig, die zweite ihrer Art. Sie fand in enger Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg und der WFBW, Wanderfische Baden-Württemberg gemeinnützige GmbH statt. „Die Partnerschaft zwischen Frischkost und der WFBW trägt Früchte“, bemerkte Huber am Rande der Veranstaltung und stellte weitere Aktionen dieser Art in Aussicht.

Für die Kinder wurde ein abwechslungsreiches und informatives Programm zusammengestellt, bei dem sie die heimische Natur erkunden und entdecken konnten. Unter anderem erhielt jedes Kind eine Becherlupe, um damit die Kleinstlebewesen aus dem Fluss zu betrachten. Später setzten die Kinder bei schönstem Sonnenschein die vier bis fünf Zentimeter langen Lachse an einer seichten Stelle der Murg ein.

Max Reger, Landesforstpräsident und Vertreter des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, lobte die Aktion und bedankte sich zum Abschluss bei allen Beteiligten.

Mit jeder Besatzaktion soll geeigneter Lebensraum für Lachse im heimischen Rheingebiet geschaffen werden, damit sie sich dort wieder ansiedeln können“, erklärte Ralf Oberacker, Präsident des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg. Nun ist laut Oberacker zum Aufbau eines Lachsbestandes in der Murg zunächst eine große Steigerung der Anzahl eingesetzter Junglachse notwendig. Nur so kann erreicht werden, dass sich die Tiere künftig wieder in genügender Anzahl natürlich fortpflanzen werden.

 

Erster Nachwuchs in der Lachszucht Wolftal

Am 15. Dezember 2010 ist es erstmals soweit: Stephan Stäbler und Armin Wachendorfer von der WFBW und ihre Helfer fischen die Teiche mit den laichbereiten Lachsen ab. Rund 50 Rogner, d.h. weibliche Tiere, sollen heute abgestreift und die dadurch gewonnenen Eier mit Milchnern (Männchen) aus der Kooperationsfischzucht im Elsaß verpaart werden. Die Lachszucht des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg war erst vor wenigen Monaten mit Vertretern des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums offiziell vorgestellt worden. In mehr als 4.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden haben Stephan Stäbler und sein Team zahlreicher Angelfischer aus Baden-Württemberg, Frankreich und der Schweiz die vormals brachliegende und verwahrloste Anlage in eine wieder funktionsfähige und vorzeigbare Fischzucht verwandelt. Heute ist der Tag, an dem die Früchte der harten Arbeit geerntet werden. Die Bedingungen für das sogenannte Abstreifen der Fische, d.h. für die Eigewinnung, sind durch die kalte Witterung zwar erschwert. Dennoch liegen am Ende der Aktion über 60.000 orangerote Eier in den Wannen. Die Befruchtungsrate der Eier liegt bei einem guten Wert von 90%. Nach ihrer Befruchtung werden die Eier in Brutrinnen und Brutschränken aufgelegt und einige Wochen später schlüpfen die jungen Lachse. Diese werden anschließend bis zu einer Größe von 6 cm herangezogen. In diesem Stadium sind die jungen Lachse kräftig genug, um mit einer guten Überlebenschance in den vorgesehenen Wanderfischgewässern bis zum abwandernden Smolt heranzuwachsen. Mit diesem Nachwuchs leistet die Lachszucht Wolftal einen weiteren wesentlichen Beitrag zum Aufbau des Lachsbestandes in Baden-Württemberg.

Lachszuchtanlage in Betrieb genommen

Die ökologische Verbesserung der Gewässer schafft die Voraussetzung für die Rückkehr der Wander­fische nach Baden-Württemberg. In einigen badischen Rheinzuflüssen, wie der Kinzig und der Murg, konnten sich schon wieder einige Lachse fortpflanzen. Zur Unterstützung des neuen Bestandsaufbaus hat der Landesfischereiverband Baden-Württemberg bei Ober­wolfach eine Lachszuchtanlage in Betrieb genommen.

Dem Ziel, den Atlantischen Lachs wieder heimisch zu machen, ist Baden-Württemberg mit der neuen Lachszucht Wolftal ein großes Stück näher gerückt. In einer wieder hergestellten, ehema­ligen Teichanlage tummeln sich nun Tausende von Lachsen, darunter auch der Nachwuchs von Fischen, die natürlicherweise ihren Weg zurück den Rhein hinauf gefunden haben. In einem Festakt am 29. Mai 2010, zu dem der Landesfischereiverband als Träger des Lachsprogrammes eingeladen hatte, wurde den zahlreichen Helfern aus 28 Angelvereinen gedankt, die mit über 2.000 Arbeitsstunden den Wiederaufbau der Anlage ermöglicht hatten. Vor allem das Lob der anwesenden hoch­rangi­gen Vertreter des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums tat den Anglern sichtlich gut.

Wolfgang Reuther, der Präsident des Verbandes, begrüßte über 120 geladene Gäste aus Baden-Württemberg, Frankreich und der Schweiz. „Mit der Lachszucht haben wir so Einiges vor, nicht nur die Etablierung eines Eltern­tier­bestandes“, so Reuther. „Der Lachs bietet große Chancen in der Umwelt­pädagogik.“ Die Vision des Präsidenten reicht dabei von Schul­klassen­führungen über Ausstellungen bis hin zu Schulungsangeboten in dem zur Lachszucht gehörenden malerischen Schwarzwaldhaus.

Bürgermeister Jürgen Nowak ist stolz, nun Lachse in Oberwolfach eingemeinden zu können. Eine Attraktion, die gut zum Wolf- und Bärenpark im Wolfachtal passe. Ministerialdirigent Peter Fuhrmann vom Ministerium für Umwelt und Verkehr zollte in seinem Grußwort dem Geleisteten Respekt. Er wies auf die Aufgabe des Landes hin, die Gewässer wieder in einen guten ökolo­gischen Zustand zu versetzen. „In den ausgewiesenen Programmgewässern muss der Lachs gute Bedin­gungen vorfinden, damit er sich bei uns wieder wohl fühlt. Hierzu zählt der Erhalt der vorhandenen frei fließenden Gewässerstrecken.“ Fuhrmann wies auch auf die schon geleistete Arbeit der Wasserwirtschaftsverwaltung hin, die bereits vor vielen Jahren mit der Renaturierung der Gewässer begonnen habe. „Als ein Ergebnis dieser Arbeit, wird das Kinzigsystem voraus­sichtlich schon in etwa zwei Jahren wieder für Fische durchgängig sein“. Hinsichtlich bestehender Nutzungskonflikte betonte der Abteilungsleiter des UVM, die Notwendigkeit von Einzelfallbetrachtungen.

Ministerialdirigent Joachim Hauck vom Landwirtschaftministerium lobte insbesondere die gewohnt anpackende Initiative in der Fischerei. „Was hier erreicht wurde, ist beispielhaft für ehrenamtliches Engagement. Dabei leistet die Fischerei einen sehr wertvollen Beitrag zum Gewässer- und Fischartenschutz. Natürlich ist der Atlantische Lachs eine Art Leuchtturm“, so Hauck, „jedoch kommen die Verbesserungen der Gewässer allen aquatischen Organismen zugute. Baden-Württemberg hat in ein Deutschland eine besondere Verantwortung für den Lachs, da rund ein Viertel der Wiederansiedlungskapazitäten am Rhein in Baden-Württemberg liegt“. Hauck ist zuversichtlich, dass er bei weiterem Projektfortschritt mit seinen Enkeln noch in größerer Zahl aufwandernde Lachse an Kinzig und Murg beobachten könne. Immerhin sei das Wasser in unseren Gewässern ein besonders hohes Gut, das für nachfolgende Generationen geschützt werden müsse.

Die Verbindung von Wasserqualität und Gewässerökologie hat auch die Hansgrohe AG zur Unterstützung der Lachswiederansiedlung motiviert. Der bekannte Bad- und Sanitärspezialist mit Stammsitz an der Kinzig fördert das Programm und hat bereits mehrere Besatzaktionen organi­siert. Für die Hansgrohe AG ist es ein Anliegen, geschäftlichen Erfolg mit umweltfreundlichen Produkten nachhaltig zu gestalten. Vorstandsmitglied Otto Schinle berichtete den anwesenden Gästen, wie er von Stephan Stäbler, dem Wanderfischbeauftragten des Landesfischereiverbandes, für den Aufbau einer Lachszuchtanlage „geködert“ wurde. Schinle konnte sich vor Beginn der Arbeiten an der brachliegenden Fischzucht nur schwer vorstellen, dass dort wenige Monate später Lachse schwimmen könnten. Er gratulierte Stäbler zu dieser herausragenden Leistung und motivierte ihn und alle Helfer für künftige Arbeiten mit der Übergabe eines Schecks in Höhe von 5.000 Euro.

„Die Anlage war in der Tat in einem desolaten Zustand“, bestätigte Stephan Stäbler. Er bedankte sich ausdrücklich bei Hansgrohe sowie allen Anglerkollegen und Helfern, die ihn in den letzten Monaten unterstützt haben. Gleichzeitig bat er um weitere Unterstützung, da dieses Projekt auf vielen Schultern getragen werden müsse und es in den nächsten Jahren noch viel zu tun gebe.

Im Anschluss an die Ansprachen folgten Führungen auf der Anlage, bei denen sich die Gäste von der vollbrachten Leistung persönlich überzeugen und Lachse direkt beobachten konnten. Künftig sollen in der Anlage „Wolftal“ Elterntiere aus zurückkehrenden Rhein­lach­sen gehalten werden, um Nachwuchs zu erzeugen, der jährlich in die Programmgewässer Baden-Württembergs eingesetzt werden kann. Hier und in einer Kooperationsanlage des französischen Fischereiverbandes im Elsass sollen zukünftig etwa 1 Millionen Lachseier erbrütet werden. Dies soll so lange geschehen, bis die Gewässer ausreichend renaturiert und die Lachs­bestände so weit aufgebaut sind, dass der Besatz allmählich wegen der zunehmenden natürlichen Fortpflanzung zurückgefahren und schließlich eingestellt werden kann.

Besatzaktion „Lachse für die Kinzig“ in Schiltach

Mit der Hansgrohe AG hat die WFBW einen engagierten Verbündeten bei der Lachswiederansiedlung in Baden-Württemberg. Der bekannte Bad- und Sanitärspezialist organisierte in unmittelbarer Nähe seines Stammsitzes in Schiltach die zweite Lachsbesatzaktion in diesem Jahr.

Mehr als 300 Teilnehmer, darunter viele Kinder, setzten am 31. Oktober Junglachse in die Kinzig ein und übernahmen dabei zum großen Teil Patenschaften für die in ihren natürlichen Lebensraum entlassenen Tiere.

Bei einer anschließenden biologischen Gewässeruntersuchung konnten die Kleintiere der Kinzig unter dem Mikroskop betrachtet werden. Der Staatliche Fischereiaufseher, Felix Künemund, und Stephan Stäbler, Wanderfischbeauftragter der Region Süd des Landesfischereiverbandes Baden gaben hierzu fachkundig Erläuterungen. Zusätzlich wurde in einer gemeinsam mit Mitgliedern des Fliegenfischer Kinzigtal e.V. aufgebauten Ausstellung über die heimischen Fischarten und insbesondere über den Lebenszyklus der Wanderfische informiert.

Die durch das Team der Hansgrohe AG um Thorsten Meier und Ausbildungsleiter Thomas Hartwein perfekt organisierte Aktion erhielt durch das große Interesse der Bevölkerung zeitweise Volksfestcharakter. Dabei stieß auch der von Auszubildenden des Unternehmens übernommene Speisen- und Getränkeverkauf auf regen Zuspruch. Der gesamte Erlös fließt ebenso in Projekte der WFBW wie der Erlös aus dem Sonderverkauf des begehrten Hansgrohe-Kalenders 2010. Wie Vorstandsmitglied Otto Schinle hervorhob, sind der Hansgrohe AG, die sich tagtäglich mit dem Thema Wasser beschäftigt, ökologisch intakte Gewässer ein besonderes Anliegen.

Unterstützung für die Kinziglachse kam auch aus der Schweiz: Jörg Alioth, der Präsident des Kantonalen Fischereiverbandes Basel Stadt und Vizepräsident Beat Schäublin übergaben im Rahmen der Aktion eine Spende über 1.000 Euro an die WFBW.

Fischpass Rotenfels abgenommen

Nachdem erst vor kurzem der neue Fischpass an der Murg in Rotenfels in Betrieb ging, konnte er nun vom Landratsamt Rastatt abgenommen werden. Mit Unterstützung der Fischereibehörde wurde nach Messungen von Abfluss, Fließgeschwindigkeiten und Wassertiefen die Abnahme offiziell vorgenommen. Die Wassertiefen sind im Talweg nahezu durchweg größer als 50 cm und die Fließgeschwindigkeiten, vor allem in Sohlnähe, sind äußerst moderat. Nun kann der Fischaufstieg nach über 60 Jahren Barrierewirkung in die Murg an dieser Stelle beginnen. Im Fischpass ist eine Vorkehrung für Reusenkontrollen integriert, so dass künftig sowohl die Effizienz des Fischpasses als auch die Fischbewegungen untersucht werden können.

Neuer Fischpass an der Murg

An der Murg bei Rotenfels (Landkreis Rastatt) sind die Bauarbeiten zum neuen Fischpass abgeschlossen. Das Raugerinne ist nach dem "Prinzip Wiegner" errichtet. Große Steinblöcke von über 1 m Kantenlänge - in lockerer Abfolge gesetzt - bilden auf einer flach geneigten Rampe einen großen Bachlauf nach. Hierdurch wird die Strömung im Gerinne "gebrochen" und gleichzeitig die notwendigen Wassertiefen für große Wanderfische erreicht. Damit auch schwimmschwache Fischarten den Fischpass durchqueren können, ist die Sohle mit Steinen belegt.

Das Wehr Rotenfels war im Hauptschluss der Murg das erste Wanderhindernis für aufwärtsstrebende Fische. Im Unterwasser dieser Wanderbarriere konnten in den letzten Jahren Lachse gefangen und gesichtet werden. Auch Laichplätze von Lachsen wurden nachgewiesen. Nun ist der Weg für Wanderfische in Richtung Gaggenau frei - zumal die rund 700 m lange Ausleitungsstrecke künftig mit ausreichend Mindestabfluss beschickt wird.

In Kürze wird auch die Abstiegshilfe für Wanderfische in Betrieb genommen. Die EnBW baut an Ihrem Kraftwerk einen Feinrechen mit der lichten Stabweite von 15 mm sowie einen Bypass. Künftig werden die abwandernden Jugendstadien der Wanderfische nicht mehr durch den Rechen in die Turbine einschwimmen, sondern über eine Abschwemmrinne hinter dem Rechen und den Bypass schadlos ins Unterwasser der Anlage gelangen können. Damit wird an diesem Standort nach Fertigstellung und Wiederinbetriebnahme tatsächlich umwelt- und naturverträglicher Strom produziert werden.

Die Kosten für den Fischaufstieg übernehmen die Stadt Gaggenau und die EnBW, die Fischabstiegsanlage wurde von der EnBW konzipiert und gebaut.

Kinzigzufluss Wolfach erschlossen

Mit einer neuen Fischwanderhilfe am untersten Wehr der Wolfach wurde im Februar 2009 ein gutes Stück Wolfach wieder zugänglich gemacht.

Dieses "Schlüsselwehr" unmittelbar oberhalb der Einmündung in die Kinzig stellte bis dahin ein unüberwindliches Wanderungshindernis für Fische dar und verwehrte den Zugang in die Wolfach. Das neue Umgehungsgewässer ist eine Kombination aus einem Schlitzpass (Vertical Slot) und einem Raugerinne-Beckenpass mit einer Gesamtlänge von 45 m. Hierdurch konnte die Wolfach mit ihren wichtigen Jungfisch- und Laichhabitaten auf einer Strecke von nahezu 10 km an die Kinzig angebunden werden. Ergänzend zur Fischaufstiegsanlage wurde im April auch eine  Abwanderhilfe fertig gestellt, die Lachsen und anderen Fischen eine Umgehung des Wasserkraftwerks ermöglicht.

Mit dem Bau beider Anlagen wurde im zuvor zeitweise trocken liegenden Unterlauf der Wolfach auch eine Mindestwassermenge realisiert, die einen 400 m langen Flussabschnitt wieder als dauerhaften Lebensraum herstellt.